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SG Wetzikon schafft Befreiungsschlag

Frefel Adrian 03.11.2018
Die SG Wetzikon schafft gegen den HC GS Stäfa einen Befreiungsschlag und verlässt ihre Negativspirale. Die Umstände vor dem Spiel waren aus Wetziker Sicht sehr speziell. Ohne Trainer reisten die Wetziker heute nach Stäfa, auf der Bank übernahm Alexander Bunjak Interims mässig die Trainerposition. Mit einer klaren Ansage in der Kabine stellt Bunjak sein Team auf die bevorstehende Partie ein und diese zahlte sich aus. Mit einer äusserst Aggressiven Deckungsarbeit und einer vollen Bank, welche jede Aktion wie einen Sieg feierte konnten die Wetziker die Führung übernehmen. Nicht ganz so gut lief hingegen die Offensive. Die Wetziker wollten das Spiel teilweise zu schnell nach vorne Verlagern und gaben die gewonnenen Bälle zu schnell wieder her. In Halbzeit zwei machten es die Wetziker jedoch besser und zogen davon, auch weil sie hinten so gut wie gar nichts zuliessen. Am Ende gewinnen die Wetziker mit 22:15 (9:8) gegen die HC SG Stäfa. 
 
1. Halbzeit: Zu Überhastet, doch die Abwehr steht 
Die Wetziker starteten mit einer enormen Motivation in das Spiel und erzielten auch gleich das erste Tor. Schon jetzt war ein deutlicher Unterschied zu den vorangegangenen Spielen zusehen. Als Silvano Radeck abdrehte und gleichzeitig seinen Torerfolg feierte stand die komplette Wetziker Bank und feuerte ihre Teamkameraden gleich wieder für die Defensive an. Diese enorme Spannung hielten die Wetziker permanent hoch. In der Defensive stand man in einer sehr kompakten 6-0 Formation und liess nur sehr wenig zu. Das Timeing stimmte nahezu perfekt, sobald ein Gegenspieler in den 9-Meterraum eindrang wurde dieser sofort attackiert. Mit dieser Deckungsarbeit zwang man die Gastgeber zu extrem langen Angriffen welche dann in einem Zeitspiel endeten oder zu einem unnötigen Abschluss führten. Doch auch die Stäferaner wussten in der Defensive zu Überzeugen. Immer wieder schafften sie es den Wetzikern das Tempo aus den Segeln zu nehmen und provozierten, wie auch auf der Gegenseite Fehler und Zeitspiel. Doch die Wetziker machten sich auch das Leben selber schwer, immer wieder gab es Phasen in denen man zu Überhastet agierte und somit, den in der Defensive gewonnenen Ball gleich wieder beim Gegner ablieferte. Dies konnte die Wetziker aber nicht stoppen. Trotz einer Strafenflut nach knapp 17 Minuten behielten die Wetziker die Nase vorne. Zur Pause stand es 9:8 aus Sicht der Wetziker. 
 
2. Halbzeit: Wetzikon 20 Minuten Überragend
Im zweiten Durchgang legten die Wetziker dann nochmals zu. Die Defensive, nach wie vor in einer Topverfassung wehrte sämtlich Angriffe ab auch wenn Torhüter Bösch einiges dazu beitrug. Im Angriff spielte man jetzt ruhiger und konzentrierter. Man rannte nicht gleich in die Gegnerischen Abwehrreihen rein sondern wartete auf die Lücken, welche sich früher oder später auftaten. So zogen die Wetziker davon und legten in den ersten 20 Minuten, der zweiten Halbzeit einen 8 zu 2 Lauf hin. Die Führung war jetzt auf 7 Tore angewachsen. Durch die häufigen und geschickten Wechsel von Trainer Bunjak konnten die Wetziker ihr Tempo und den Druck auf die Stäfaraner permanent hochhalten. In dieser Phase glänzte auch alt Routinier Marc Vogel. Der 39 Jährige brachte heute eine Topleistung aufs Parkett (4/4 – 100%) und riss vorne immer wieder Lücken in die Gegnerische Abwehr. Die Wetziker verwalteten ihren Vorsprung nun Souverän und konnten am Ende einen verdienten 22:15 Auswärtssieg feiern.
 
Fazit
Das Spiel heute war sicherlich kein Leckerbissen für Taktikfans und Torliebhaber. Doch wer einen Kampf sehen wollte, der kam heute sicherlich auf seine Kosten. Leidenschaftliche Abwehrleistungen, immer wieder harte Zweikämpfe, Aufopferungsbereitschaft all dies war heute während 60 Minuten ununterbrochen zu sehen. Am Ende kann man sagen das Interims Trainer Alexander Bunjak heute einen sehr wichtigen Baustein zurück ins Team gebracht hat. Teamgeist, Emotionen, Freude am Handball. Sachen die man in den letzten Spielen immer wieder vermisst hatte waren heute wieder da und dies zeigte sich auf dem Feld, in der Kabine und auf der Spielanzeige. Wenn es die Wetziker schaffen die heute gezeigte Leistung als Standard und nicht als Ausnahme beizubehalten, dann, aber nur dann kann man in dieser Saison noch einiges erreichen. 
 
Nächstes Spiel der SG Wetzikon: Samstag, 10. November – Gegner: HC Volketswil – Spielort: Wetzikon, Zentrum (Egg)
 
SG Wetzikon – HC GS Stäfa 22:15 (9:8). – Stäfa, Frohberg. – Zuschauer 30. SR: Bartholed, Spielmann - SG Wetzikon: Nick (5/13 – 39%), Bösch (9/16 – 57%); Bertschinger (4), Brügger (4/1), Groth (1), Hanimann (2), Hitz (1), Leutwyler, Radeck (2), Reiser D. (2), Reiser P. (2), Renner (2), Rubinig, Vogel (4). Bemerkungen: SG Wetzikon ohne Teufer, (Abwesend), Gerber, Hörle, Scheidegger, Schleh (nicht Aufgeboten) Bunjak, Frefel, Oberholzer (alle Verletzt). – Strafen: 4-Mal 2 Minuten gegen SG Wetzikon, 2-Mal 2 Minuten gegen HC GS Stäfa.