Von Routiniers vorgeführt
Am Samstagabend reisten die Oberländer nach Frauenfeld, um eine vermeintliche Pflichtaufgabe zu erfüllen und ihre Tabellenführung weiter auszubauen. Doch die Mannschaft zeigte sich ihrer Sache zu sicher. Noch vor einer Woche wurde die Defensive als stabiles Bollwerk gepriesen, doch an diesem Abend wirkte sie eher wie die Berliner Mauer im Jahr 1990, bröckelig und durchlässig. Auch wenn das Endergebnis eine knappe Partie vermuten lässt, dominierten die Gastgeber über weite Strecken das Spielgeschehen.
1. Halbzeit: Defensive ohne Zugriff
Beide Mannschaften starteten schwungvoll in die Begegnung. Die Oberländer versuchten von Beginn an, ihr Tempospiel durchzusetzen und die Frauenfelder wie schon im Hinspiel zu überrennen. Doch nach den ersten fünf Minuten verpuffte dieser Plan vollständig. Die Gastgeber spielten ihre gesamte Routine souverän aus, setzten auf lange Angriffe und präzise No-Look-Pässe an den Kreis, wodurch ihr Torekonto stetig wuchs. Die Oberländer konnten in dieser Phase allenfalls im Angriff überzeugen, während die Defensivarbeit nahezu komplett verweigert wurde. Selbst die wenigen Geschenke der Frauenfelder konnten nicht in eigene Tore umgemünzt werden, sodass die Gastgeber bis zur Pause auf fünf Tore davonzogen. Halbzeitstand: 18:13 für Frauenfeld.
2. Halbzeit: Oberland wacht zu spät auf
Im zweiten Durchgang wollten die Oberländer ein anderes Gesicht zeigen und das Spiel drehen. Doch dieser Plan scheiterte erneut. Im Angriff agierte die Mannschaft fahrig, während die Defensive lediglich davon profitierte, dass die Frauenfelder nicht mehr mit letzter Konsequenz spielten. Die Partie plätscherte vor sich hin, und die Gastgeber konnten ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf sieben Tore ausbauen. Angesichts der drohenden Niederlage mobilisierten die Oberländer in den letzten Minuten noch einmal alle Kräfte. Doch die Aufholjagd kam zu spät, viel zu spät! Dass in den letzten zwei Minuten noch drei Tore aufgeholt wurden und kurzzeitig Hoffnung auf einen Punktgewinn aufkam, lag auch daran, dass die Frauenfelder gedanklich bereits in der Kabine waren. Am Ende setzte sich die Routine der Gastgeber durch, und die Oberländer mussten nach dem gewonnenen Spitzenkampf in der Vorwoche eine bittere Niederlage hinnehmen. Endstand: 29:28 für Frauenfeld.
Fazit
Die Oberländer zeigten an diesem Abend nicht ihre beste Leistung und liessen sich von einer routinierten Mannschaft phasenweise vorführen. Die Frauenfelder sind zweifellos ein starkes Team mit viel Erfahrung und handballerischem Können. Dennoch darf eine Mannschaft, die den Anspruch hat, am Saisonende an der Tabellenspitze zu stehen, nicht derart auftreten. Durch diese Niederlage konnten die Oberländer den Patzer der zweitplatzierten Unterländer unter der Woche nicht nutzen. Die Meisterschaft bleibt somit weiterhin spannend, und die verbleibenden drei Spiele werden allesamt zu Endspielen.
Nächstes Spiel:
📅 Samstag, 15.03.
🕣 17:30 Uhr
📍 Thalwil, Sonnenberg
🆚 Gegner: TV Thalwil